Eine winterliche Reise

Schon die Anreise ins Familienbundzentrum in Gramastetten war tiefwinterlich…und die Geschichte von Wanja und seinem kleinen Haus am Waldesrand sowieso. Diesmal für ein ganz anderes Publikum. Ein Experiment mit meiner lieben Schwägerin und SelbA Trainerin Aloisia. Die SelbA Stunden standen ganz im Zeichen von Schnee und Eis, Spuren und Tieren im Wald. Aloisia umkreiste die Themen sehr kreativ mit Gesprächen, Bewegungsliedern und kniffeligen Arbeitsblättern: Assoziationsübungen zum Thema, Schneeballsudoku, Spuren suchen und zuordnen, gleiche Schneekristallmuster finden, Liedtext (Schneeflöckchen, Weißröckchen…) in die richtige Reihenfolge bringen, versteckte Wörter suchen…ganz schön herausfordernd!

Und als special guest bin ich mit meiner Bühne und der herzerwärmenden Geschichte. “Es klopft bei Wanja in der Nacht” in der SeniorInnenrunde eingeladen…
Wohlwollen und Neugier kommt mir entgegen - so kann die Geschichte entspannt beginnen.

Um Atmosphäre zu schaffen erzähle ich eine kleine Vorgeschichte…Wanja “geht ins Holz” (mühlviertlerisch für Waldarbeiten), um Brennmaterial - “Käferbam” (vom Borkenkäfer befallene Bäume) für die langen und eisig kalten Wintertage zu fällen, zu zersägen, mit dem Schlitten heimzubringen, zu hacken und zu einem schönen Stoß zu schlichten. Dabei entdeckt er auch Tierspuren, die ihm sehr vertraut sind: ”Ahh ja, Reineke Fuchs macht eine Spur wie eine Schnur durch den Schnee, und die Hasenspur, genau, die erkennt man so leicht, weil der die Hinterpfoten wie wild nach vorne wirft…aber was ist das? Das kann doch nicht sein, dass sich hier ganz in der Nähe meines Häuschens ein Bär herumtreibt, noch dazu sehen die Spuren sehr frisch aus! Höchste Zeit, den Heimweg anzutreten, denn auch das Wetter wird bald umschlagen. Heute Nacht wird es Sturm geben!”
Zu Hause angekommen schürt Wanja den Ofen und bald zischt und prasselt ein wärmendes Feuer. Im Nu ist der köstliche Kräutertee fertig und Wanja setzt sich gemütlich in seinen Ohrenstuhl, genießt den Tee und die Wärme und ist bald eingeschlafen… Bis es dann zum ersten Mal klopft…
An dieser Stelle nehme ich das Buch in die Hand und erzähle die Geschichte mit den Kamishibei Bildkarten weiter.
Im Anschluss lesen wir noch gemeinsam Spuren: Federn, Skeletteile, Vogeleier, Gewölle…habe ich mitgebracht und wir versuchen nun gemeinsam die Tiere dazu zu finden. Sehr interessiert machen alle mit. Ich erzähle dann noch ein wenig von meiner Arbeit und vom Kinderbuchhaus im Schneiderhäusl.
Die Begeisterung für diese Art der Literaturvermittlung schwappt spürbar über und die SeniorInnen beginnen einen “Betriebsausflug” ins Kinderbuchhaus zu planen.
Die Leiterin des Familienbundzentrums war auch bei der Veranstaltung mit dabei und hat mich gleich für eine Ferienveranstaltung für Kinder gebucht. In diesem Zusammenhang ist dann auch wieder eine SelbA Veranstaltung angedacht.
Wie schön, wenn die Methoden der Kinderliteraturvermittlung so generationenübergreifend funktionieren und ankommen!
Zum Abschluss und als Gesprächsanlass für zu Hause habe ich für alle ein Minibook und eine selbst gehäkelte Schneeflocke vorbereitet und natürlich unseren Literaturvermittlungsfolder.
Ein überaus stimmiger und gelungener Tag mit einer Vormittags- und einer Nachmittagsgruppe!